Auf den Spuren des Jakobswegs von München zum Kloster Schäftlarn

sehr empfehlenswert  (1 Bewertung)
Gehzeit:
5:30 Stunden
Länge:
24,0 km
Höhenunterschied:
180 m
Anstrengung:
hoch (4/5)

Wegverlauf: Marienplatz - Kirche St. Jakob - Flaucher - Georgenstein - Kloster Schäftlarn - S-Bahn Ebenhausen-Schäftlarn

Wie eine grüne Lebensader zieht sich die Isar durch München. Gerade auf dem Weg nach Süden zeigt der Fluss dabei viele Gesichter. Während im Stadtkern noch der Trubel einer Großstadt zu spüren ist, wird es ab der Flaucherinsel mit jedem Schritt ein wenig ruhiger. Vielleicht ist das auch der Grund, warum genau diese Strecke die erste Etappe des Jakobswegs nach Santiago de Compostella darstellt. Mit dem Brückenwirt, der Waldwirtschaft und zahlreichen Kiosken ist man auch mit Proviant bestens versorgt. Zu guter Letzt sorgt natürlich auch das Klosterbräustüberl in Schäftlarn dafür, dass bei dieser Tour der Rucksack nicht allzu schwer sein muss.

Charakter:

Technisch leichte, aber lange Wanderung (24 km) entlang der Isar. Der Weg verläuft größtenteils auf breiten Kieswegen, stellenweise auch auf Teer oder kleineren Pfaden.

Anfahrt:

Mit der S-Bahn: Mit der S1-S8 Richtung Innenstadt zur Haltestelle Marienplatz.

Karte:

Kompasskarte 184 - München und Umgebung (2 Karten im Set) (1:50 000)

Wegbeschreibung:

Wir starten unsere Tour an der Mariensäule in München. Im Süden spazieren wir rechts am Alten Peter vorbei zum Rindermarkt und dem Löwenturm. Über die Oberangerstraße geht es weiter nach Südwesten. Wir lassen das Münchner Stadtmuseum links liegen und biegen danach auf den Sankt Jakobsplatz ab. Hinter dem modernen Jüdischen Museum befindet sich im Süden des Platzes "Sankt Jakob am Anger" (Kloster). Markiert durch ein Relief an der Klostermauer ist dort der Startpunkt des Münchner Jakobswegs nach Santiago de Compostella zu finden. Ganz so weit werden wir heute zwar nicht kommen, aber immerhin, die erste Etappe des berühmten Weges bis zum Kloster Schäftlarn ist ja auch schon mal was.

Im Südosten verlassen wir den Sankt-Jakobs-Platz und spazieren auf der Corneliusstraße über den Gärtnerplatz bis zur Isar. Über die Corneliusbrücke erreichen wir die Museumsinsel, die das berühmte Deutsche Museum beherbergt. Nachdem wir auf der Brücke die Ostseite der Isar erreicht haben, biegen wir rechts ab folgen von nun dem Gewässer flussaufwärts. Schon bald stoßen wir auf den Planetenweg, der am Deutschen Museum beginnt und der über die Planeten unseres Sonnensystems informiert. Er stellt recht anschaulich in verkleinertem Maßstab die Entfernungen der Planeten von der Sonne dar. Hinter der Reichenbachbrücke wechseln wir auf den sonnigen Weg nahe dem Isarufer. Die Kirche Sankt Maximilian ist auf diesem Wegabschnitt ein echter Blickfang.

Hinter der Wittelsbacherbrücke prägt zunächst ein weit moderneres Bauwerk den Ausblick. Weit in den Himmel ragen die Schlote des Heizkraftwerks Süd. Nach einer Eisenbahnbrücke und der Brudermühlbrücke können wir auf der westlichen Isarseite die Flaucherinsel sehen. Auf den Kiesbänken, die über den Flauchersteg miteinander verbunden sind, aalen sich bei gutem Wetter zahlreiche, meist spärlich bekleidete Menschen, in der Sonne. Neben dem Englischen Garten ist der Flaucher wohl eines der bekanntesten Naherholungsgebiete im Münchner Stadtbereich. An der Thalkirchner Brücke befindet sich direkt neben dem Eingang zum Tierpark Hellabrunn das Ende des Planetenweges. Wir lassen uns dadurch nicht weiter stören und verlassen hinter Pluto, weiter nach Süden, immer Richtung Alpha Centauri, unser Sonnensystem.

Auch nach der Thalkirchner Brücke bleiben wir auf der östlichen Isarseite. Mittlerweile fühlen wir uns im Schatten etwas wohler und wählen deswegen einen Dammweg. Dieser führt entlang des Tierparks nach Süden zum Mariensteg. Hier wechseln wir die Isarseite und setzen zwischen dem Isarwerkkanal und dem Isarflussbett unseren Weg flussaufwärts fort. Knapp 500 Meter später können wir rechts ein Wasserkraftwerk erkennen. Bereits seit 1908 wird hier Strom für die Landeshauptstadt produziert. Auf der breiten Fahrstraße marschieren wir weiter Richtung Norden. Im Westen, jenseits des Kanals, befindet sich die Floßlände. Touristen können von Wolfratshausen bis zur Zentrallände hinter dem Hinterbrühler See die Isar auf einem Floß befahren.

Kurz vor der Großhesseloher Brücke wechseln wir auf die Westseite des Isarwerkkanals. Gleich hinter der Brücke befindet sich ein kleines Kiosk. Nach etwa eineinhalb Stunden an der Isar löschen wir bei einem Gerstensaft unseren Durst. Wer mehr Hunger hat, spaziert 10 Minuten länger und folgt dann den Wegweisern zur Waldwirtschaft, die etwas oberhalb des Isarufers zu finden ist. Wenn der Hunger noch auszuhalten ist, empfiehlt sich auch der Brückenwirt. Etwa eine knappe Stunde muss man von der Großhesseloher Brücke rechnen, um die direkt am Weg gelegene Gastwirtschaft zu erreichen. Beim Brückenwirt lassen sich hinter der Grünwalder Brücke die Türme der Burg Grünwald erkennen.

Auf Teer führt der weitere Weg entlang des Kanals zum Wasserkraftwerk Höllriegelskreuth. Dieses umgehen wir im Westen, halten uns danach aber gleich wieder links und erreichen so den Beginn des Isarwerkkanals. Hinter der nächsten Isarkurve erwartet uns mit dem Georgenstein ein Highlight der Isar. In früheren Zeiten stellte der Fels ein gefährliches Hindernis für die Isarflößer da. Mittlerweile wurde die Stelle durch die Errichtung eines Leitdamms entschärft. Auf dem weiteren Weg durch die Auwälder zum Kloster Schäftlarn entfernen wir uns öfters ein Stück von dem Ufer. Wegweiser des Jakobsweges und zum Kloster Schäftlarn erleichtern die Orientierung. Immer wieder gibt es Möglichkeiten auf kleinen Pfaden durch den Wald zu streifen, bevor man wieder die geschotterte Fahrstraße erreicht. Etwa eine Stunde nach dem Georgenstein erreichen wir die viel befahrene Klosterstraße (ST2071). Dieser folgen wir bergab nach Norden und haben knapp 10 Minuten später das Kloster Schäftlarn erreicht.

Nachdem wir die Klosterkirche St. Dionys und Juliana besucht haben widmen wir uns im Klosterbräustüberl eher weltlichen Genüssen. Die zweite Etappe des Jakobsweges führt von hier weiter zum Kloster Andechs. Diese werden wir sicherlich auch einmal begehen, heute bevorzugen wir allerdings die S-Bahn, die uns von vom Bahnhof Ebenhausen-Schäftlarn wieder nach München bringt. Den Bahnhof erreichen wir, indem wir vom Klosterbräustüberl wieder ein paar Meter an der Straße nach Norden gehen und uns anschließend links nach Westen halten. Der Schotterweg führt uns bergauf zur Wolfratshauser Straße, der wir ein paar Meter nach links folgen. Wenig später biegen wir rechts ab und haben den Bahnhof Ebenhausen-Schäftlarn erreicht.

Weiter Etappen des Münchner Jakobsweg:

Einkehrmöglichkeiten:


zu den Bildern

Wanderbuch

Gesamtbewertung der Auf den Spuren des Jakobswegs von Mnchen zum Kloster Schftlarn
sehr empfehlenswert
Im Durchschnitt 5 von 5 (1 Bewertung)

Letzter Eintrag (von Ralf):
sehr empfehlenswert
05.10.18  Wunderschöne Tour, zum großen Teil an der Isar entlang. Falls Zeit vorhanden, würde ich einen Wochentag empfehlen, am Wochenende ist mehr Betrieb und für mich persönlich sind es dann ein paar Radfahrer ... [weiter]

weiter zum Wanderbuch