Planetenweg des Deutschen Museums

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Gehzeit:
1:00 Stunden
Länge:
4,6 km
Höhenunterschied:
15 m
Anstrengung:
wenig (1/5)

Wegverlauf: Deutsches Museum - Tierpark Hellabrunn

Der Planetenweg des Deutschen Museums veranschaulicht auf eindrucksvolle Weise wie groß unser Sonnensystem ist. Unter normalen Umständen wäre eine Landkarte im Maßstab 1:1,29 Milliarden sicherlich ziemlich winzig. Möchte man jedoch alle Planeten darauf unterbringen, benötigt man dafür die Fläche vom Deutschen Museum bis zum Tierpark Hellabrunn. Dass Pluto seit 2006 nicht mehr zu den Planeten gezählt wird, sei mal dahingestellt, für unsere heutige Wanderung, auf der wir pro Schritt etwa etwa 1 Million Kilometer zurücklegen, ist er mit Sicherheit einen Spaziergang wert.

Charakter:

Der Spaziergang vom Deutschen Museum am Isartor bis zum Tiergarten Hellabrunn ist anspruchslos und auch mit Kinderwagen oder für Rollstuhlfahrer zu bewältigen. Es sind keine nennenswerten Steigungen zu überwinden.

Anfahrt:

Mit der S-Bahn: Mit der S1-S8 Richtung Innenstadt zur Haltestelle Isartor.

Karte:

Kompasskarte 184 - München und Umgebung (2 Karten im Set) (1:50 000)

Wegbeschreibung:

Wir starten die Planetenwanderung im Innenhof des Deutschen Museums. Nicht zu übersehen glänzt dort auf einer Säule das 1,08 Meter große Modell der Sonne. Auch die Planeten finden sich auf der Seite der Säule in ihrer Größe maßstabsgerecht dargestellt. Die andere Seite der Säule informiert über den Wegverlauf, den wir bis zum Tiergarten Hellabrunn oder besser gesagt bis Pluto, zurücklegen werden, um auch einen Eindruck über die Entfernung der Planeten zur Sonne zu bekommen. Bereits im Tor zur Zenneckbrücke treffen wir auf die Säule des sonnennächsten Planeten: Merkur. Es folgen Venus auf der Brücke und schließlich die Erde auf der gegenüberliegenden Isarseite. Von der Brücke hat man nach Nordosten auch einen schönen Blick auf das Müllersche Volksbad.

Alle Säulen des Planetenwanderweges informieren die Spaziergänger über die physikalischen Merkmale der Planeten sowie über ihre historische und jetzige Bedeutung für die Menschen. Merkur galt beispielsweise bei den Griechen als Götterbote, da er im Vergleich zu den anderen Planeten wesentlich schneller über den Erdhimmel zieht. Wir setzen unseren Weg flussaufwärts fort und treffen bereits nach wenigen Metern auf den 4. Planeten unseres Sonnensystems: Mars. Gemessen mit kosmischen Maßstab haben wir bereits mehr als 200 Millionen Kilometer hinter uns gelassen. Während wir weiter auf die Corneliusbrücke zu marschieren, können wir auf der Museumsinsel einen Blick auf das Freilichtareal mit dem Seenotkreuzer Theodor Heuss erhaschen.

Etwa hundert Meter nach der Brücke präsentiert sich die Säule des größten Planeten unseres Sonnensystems: Jupiter. Dieser ist, ebenso wie Uranus, Saturn und Neptun ein Gasplanet. Derzeit weiß man von 63 Monden, die ihn umkreisen. Auch landschaftlich wird unser Spaziergang immer schöner. Hinter der Reichenbachbrücke erheben sich auf der gegenüberliegenden Isarseite die formschönen Türme der neoromanischen Pfarrkirche St. Maximilian. Die Abstände zwischen den Informationssäulen der Planeten werden nun immer größer. Verglichen mit dem realen Abstand - der Saturn ist im Mittel von der Sonne immerhin 1430 Millionen Kilometer entfernt - sind wir heute aber recht flott unterwegs.

Auf einem Dammweg setzen wir unsere Reise zu dem nächsten Planeten durch die Frühlingsanlagen fort. An der Wittelsbacherbrücke verlassen wir kurz den Weg, um unter der Brücke hindurch zugehen. Rechts von uns laden die Wiesen des östlichen Isarufers zum Picknick ein. Links befinden sich die Rosengarten-Schaugärten, die tagsüber in den Sommermonaten kostenfrei besucht werden können. Noch vor der Braunauer Eisenbahnbrücke treffen wir auf die Informationssäule des erst 1781 entdeckten Planeten Uranus.

Gleich nach der Eisenbahnbrücke befindet sich ein kleiner Kiosk. Gerne stärken wir uns hier, denn bis zu Neptun, den 8. Planeten in unserem Sonnensystem, haben wir noch einen guten Kilometer vor uns. Würde man die Strecke vom Uranus zu Neptun in Wirklichkeit zurücklegen, wären es sogar noch 3069 Millionen Kilometer - eine Trinkpause ist somit in jedem Fall gerechtfertigt. Das viele Grün um uns lässt kaum vermuten, dass wir uns mitten in der Stadt befinden. Nach der Brudermühlstraße beginnt das Flauchergelände. Bevor der Flauchersteg und die großen Kiesbänke sichtbar werden erreichen wir die Informationstafeln des Planeten Neptun, benannt nach dem römischen Gott der Meere.

Eigentlich müsste seit 2006 der Planetenweg hier enden. Damals hat die Internationale Astronomische Union (IAU) in Prag dem Pluto den Planetenstatus entzogen. Seit dem gilt er nicht mehr als 9. Planet unseres Sonnensystems, sondern fristet sein Dasein als weit abgeschiedener Zwergplanet.

Da sein jetziger Status sowohl uns, als auch Pluto selbst ziemlich egal ist, wandern wir natürlich weiter zum Tierpark Hellabrunn. Landschaftlich ist auf dieser Etappe vor allem das Flauchergelände hervorzuheben. Während der Sommermonate tummeln sich hier zahlreiche Münchner mit und ohne Badehose, um sich in der Sonne zu aalen.

An der Thalkirchner Brücke überqueren wir die Tiergartenstraße und erreichen am Eingang des Zoos die letzte Tafel des Planetenwanderweges: Pluto. Von unserer Modellsonne am Deutschen Museum ist er 4,6 Kilometer entfernt. 6000 Millionen Kilometer sind es in Wirklichkeit. Würde man nun versuchen den sonnen-nächsten Stern, Alpha Centauri, maßstabsgetreu zu erwandern, müsste man noch 31480 Kilometer weiterlaufen. Dann vielleicht doch lieber nur in den Tierpark? Die nächstgelegene U-Bahn befindet sich übrigens auf der anderen Seite der Thalkirchner Brücke (U3).

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